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Interview für die Zeitung "20 Minuten" mit dem Thema: 19 Grad in Büro und Schule – Ärzte warnen vor gesundheitlichen Folgen

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Büroarbeit - Ergonomie
Büroarbeit - Ergonomie

Ich wurde von der Zeitung "20 Minuten" angefragt ein Interview abzugeben bzgl. einer Innenraumtemperatur von 19 Grad im Büro und möglichen gesundheitlichen Folgen. Ich habe die Anfrage gerne angenommen, meine Stellungnahme finden Sie nachfolgend: 

https://www.20min.ch/story/19-grad-in-buero-und-schule-aerzte-warnen-vor-gesundheitlichen-folgen-414209101230

19 Grad in Büro und Schule – Ärzte warnen vor gesundheitlichen Folgen

Bei tiefen Temperaturen und wenig Bewegung drohen Muskelverspannungen, Rückenschmerzen und Sehnenreizungen bis hin zu Bandscheibenvorfällen. Auch für Kinder könnten 19 Grad zu kalt sein.

Darum gehts

  • Im Energie-Notfall sollen Firmen mit Gasheizung die Büros nur noch auf 19 Grad erwärmen.

  • Einige Firmen und Schulen drehen schon freiwillig die Heizung runter.

  • Doch damit gefährdeten sie die Gesundheit der Leute, warnen Ärzte.

Firmen sind noch nicht verpflichtet zum Energiesparen. Doch im Notfall will Wirtschaftsminister Guy Parmelin die Temperatur von mehrheitlich mit Gas beheizten Innenräumen auf 19 Grad Celsius deckeln. Einige Schulen, etwa in Windisch AG, und Firmen wie die SRG drehen die Heizung aber schon freiwillig auf 19 Grad.

Doch nun warnen Ärzte vor tiefen Temperaturen. 19 Grad sind ungeeignet, insbesondere bei Tätigkeiten mit wenig Bewegung, oder wenn es auf die Feinmotorik ankommt, wie der «Spiegel» unter Bezug auf den deutschen Verband der Betriebs- und Werkärzte schreibt.

Rückenschmerzen und verengte Gefässe

Auch Ärzte in der Schweiz warnen. Die Kälte führt laut Arbeitsarzt Fotis Ispikoudis bei fehlender Bewegung zu einer erhöhten Muskelverspannung. Das könne bei längerem Fortbestehen zu Rückenschmerzen und Sehnenreizungen bis hin zu Bandscheibenvorfällen führen. Auch für Kinder könnten 19 Grad zu kalt sein.

Für ältere Menschen und Personen mit unnormalen Blutdruckwerten könne die Kälte zudem zu erhöhter Infektanfälligkeit führen. «Weil Kälte die Gefässe verengt,  erhöht sich zusätzlich das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten, vor allem, wenn vorliegende Erkrankungen nicht richtig behandelt werden», so Ispikoudis. Die ideale Raumtemperatur liege bei 22 Grad.

«Schulen gefährden Gesundheit der Kinder»

Die Gewerkschaft Unia hält Anpassungen an die Energiemangellage für vertretbar. «Der Art der Tätigkeit muss jedoch weiterhin Rechnung getragen werden», sagt Sprecherin Elisabeth Fannin. Die Arbeitgebenden müssten Schwangere und Jugendliche zudem besonders schützen. Wichtig sei, dass Arbeitgebende den Angestellten die Mitwirkung gewähren und ihre Meinung berücksichtigen.

Fredi Jaberg, Berater des Vereins Elternlobby, zeigt sich irritiert, dass Schulen die Heizung runterdrehen, obwohl sie nicht mit Öl oder Gas heizen: «Etwa ein Drittel der Schulhäuser im Kanton Baselland heizt mit Holzschnitzeln aus der Region, trotzdem senken auch sie die Temperaturen und gefährden damit die Gesundheit der Kinder», sagt er zu 20 Minuten.

FMH empfiehlt Bewegung

"Die ideale Temperatur sei ein individuelles Empfinden, heisst es auf Anfrage bei der Medienstelle der Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte FMH. Für manche Personen können 19 Grad deshalb immer noch in der Komfortzone liegen. Wenn jemandem kalt sei, etwa wegen zu langen Sitzens, empfiehlt er Bewegung."

 

SVP-Nationalrat Thomas Aeschi hält kalte Büros vor allem für ältere Menschen für problematisch. Er kritisiert die Energieministerin: «Dass wir im Büro frieren müssen, ist eine Folge der fehlgeleiteten Energiepolitik der Bundesrätinnen Leuthard und Sommaruga.» Dass Sommaruga trotzdem am Ausstieg aus der Atomenergie festhalte, zeige, dass sie den Ernst der Lage noch immer nicht akzeptiere.

GLP-Nationalrat Jörg Mäder sieht das anders. Er zeigt auf Anfrage Verständnis dafür, dass man sich bei konzentrierter Arbeit im Büro nicht gross bewegen könne. Kinder sollten sich aber öfter bewegen. Man müsse  den Innenraum auch nicht unbedingt auf 19 Grad herunterheizen, 20 Grad würden schon helfen.

Wichtig sei, dass etwas getan werde. «Wir müssen das Energiesparen diesen Winter durchziehen, auch wenn es Nachteile geben kann. Weil wir ständig kleine negative Aspekte einer Massnahme ins Zentrum stellen, stockt es in der Schweiz auch mit der Energiewende», so Mäder. Jeder müsse seinen Teil dazu beitragen – auch er werde jetzt Pullover statt T-Shirt am Stubentisch tragen.

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